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Brasilien trifft Deutschland
(von Hans Kraus) Neustadt. Das aus zwei Deutschen und einem Brasilianer bestehende Projekt „Brazil Meets Europe" machte mit seinem einzigen Deutschlandkonzert in Neustadt Lust auf seine voraussichtlich im Spätjahr erscheinende CD.

Unter dem Projektnamen „Brazil Meets Europe" gaben die als hochkarätig eingestuften und von vielen Bands und Zusammenarbeiten mit internationalen Kollegen bekannten Jazzmusiker Uli Brodersen (Gitarre), Emilio Martins (Schlagzeug, Perkussion) und Philipp Rehm (Bass) am Mittwochabend ein Konzert im „Steinhäuser Hof" auf Initiative des Neustadter Jazzclubs.

Der Mannheimer Rehm, der Kölner Brodensen und der Brasilianer Martins sind schon sehr lange miteinander befreundet, musizieren aber meist nur via „Skype" vom heimischen Wohnzimmer aus miteinander. Martins gilt als einer der renommiertesten Perkussionisten seines Heimatlandes. Als Leiter eines Workshops mit dem Thema „Samba Afro Rhythms" hält sich der Professor, der bereits seit seinem 15. Lebensjahr als Berufsmusiker unterwegs ist und sich die Bühne schon mit fast allen namhaften Jazzern Südamerikas geteilt hat, derzeit in Irland auf. Seinen Europa-Aufenthalt nutzte er, um seine beiden Kollegen zu besuchen.

Rehm, der als Mitglied der „Silke Hauck Band" und seiner eigenen Formation „Jazz Against The Machine" schon mehrfach mit dem „Jazzclub Neustadt" zu tun hatte, erwies sich dabei nicht nur als Ausnahmebassist der Extraklasse, sondern übernahm auch gleich noch die Rolle des Moderators, der mit viel Humor und deutlich spürbarem Spaß an der Sache durch den Abend führte. Mit einem Stück aus seiner Feder - „From Diaspar" - legte das Trio los. Sogleich zeigte Emilio Martins, was in ihm steckt. Anstatt Rehm und Brodensen auf herkömmliche Art und Weise am Schlagzeug zu begleiten, setzte er zunächst eine Pandeiro, eine ursprünglich aus Arabien stammende Rahmentrommel ähnlich eines Tambourins, ein, die er über einem Mikrophon spielte. Dadurch erzielte er mit minimalem Aufwand einen Sound, der dem eines kompletten Drumkits gleich kam. Gegen Ende des überlangen Songs wandte er sich dann doch noch seinen „echten" Trommeln und Becken zu, spielte diese aber mit bloßen Händen. Bei der folgenden Nummer, dem Titelstück von Uli Brodersens Solo-Debüt „The Journey", legte er die Schlagzeugstöcke erneut beiseite und glänzte auf dem Cajãn.

Brodersen ist einer der nicht mit egozentrischem Auftreten oder schnellen Griffbrettläufen in Erscheinung treten will (obwohl er die zweifellos auch beherrscht), sondern mit ruhiger Ausstrahlung, sauberem Spiel, wohldosierten, ausgereiften, und punktgenau eingesetzten Soli, und einem eigenen, mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteten Gitarrensound zu überzeugen weiß.

In krassem Gegensatz zu ihm steht Philipp Rehm. Der Mannheimer ist ein Rebell am Bass, sieht gar nicht ein, seinen Viersaiter ausschließlich als Begleitinstrument einzusetzen. Er erweist sich viel lieber als Meister der "pop'n'slap"-Technik, reißt die Saiten vom Griffbrett weg oder schlägt auf sie ein und erzielt durch die dabei entstehenden Effekte einen zusätzlichen funky Sound. Zusammen mit Martins' vielfältiger Perkussions-, und im Laufe des Abends aufgenommener „normaler" Schlagzeugarbeit und den von Brodersen gezauberten Klangbildern entsteht eine jazzige Melange, die manchmal erkennbar rockige Züge annimmt. Besonders deutlich wurde das in der Rehm-Komposition "Bass Bubblin". Die Mischung aus "Brazil Meets Europe" und "Jazz goes Rock" überzeugte restlos und wurde vom Publikum mit viel Beifall belohnt.

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Das schreibt die Presse

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